SaaS oder eigene Plattform? Eine Entscheidungsfrage für Betreiber kritischer Infrastruktur – jenseits vom Hersteller- Druck
Software-Hersteller machen SaaS zur Default-Option – und Container zur Voraussetzung für alle, die On-Premises bleiben wollen. Für Betreiber kritischer Infrastruktur stellt sich damit nicht die Frage „ob“, sondern „auf welcher Grundlage“ entschieden wird.

Was das für Betreiber kritischer Infrastruktur konkret bedeutet
Für KRITIS-Betreiber – etwa Stadtwerke, Verkehrsbetriebe oder Energieversorger – hat diese Verschiebung eine besondere Tragweite.
Hier geht es nicht nur um Technologieentscheidungen, sondern um:
Viele dieser Organisationen verfügen über gewachsene, stabile Betriebsstrukturen. Diese sind kein Nachteil – im Gegenteil: Sie sind oft die Grundlage für verlässlichen Betrieb und resiliente Systeme.
Die Einführung von SaaS verändert jedoch nicht nur die technische Architektur. Sie verschiebt auch:
Damit wird aus einer scheinbar technischen Entscheidung schnell eine strategische Weichenstellung.
Die eigentliche Frage ist nicht „SaaS ja oder nein“
Die Diskussion wird häufig zu verkürzt geführt: als Entscheidung zwischen SaaS und On-Premises.
Tatsächlich greift diese Gegenüberstellung zu kurz.
Die entscheidende Frage lautet:
Auf welcher Grundlage treffen wir diese Entscheidung?
Denn wer ohne klare Entscheidungsbasis handelt, übernimmt de facto die Architektur- und Betriebslogik des Herstellers – oft ohne es bewusst zu entscheiden.
Der Unterschied zwischen „gedrängt werden“ und „bewusst entscheiden“ liegt genau in dieser Grundlage.
Fünf Bausteine einer sauberen Entscheidungsbasis
Um diese Grundlage zu schaffen, sollten Betreiber kritischer Infrastruktur ihre Situation entlang von fünf zentralen Dimensionen bewerten:
Betriebssouveränität
Compliance- und Daten-Steuerbarkeit
Lieferanten-Lock-in jenseits des einzelnen Produkts
Roadmap-Kontrolle und Release-Takt
Total Cost über 5–7 Jahre
Strukturiert entscheiden statt reagieren
Die Entscheidung zwischen SaaS und eigener Plattform steht für viele Organisationen aktuell an. Und sie ist komplex.
Gerade deshalb sollte sie nicht unter Zeitdruck oder entlang von Hersteller-Vorgaben getroffen werden.
Was hilft:
- Austausch mit Organisationen, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen
- Ein strukturierter Blick auf die eigene Ausgangslage
- Eine klare Definition der eigenen Prioritäten








